Pfarrei Edling > Geschichte

Pfarrkirche St. Cyriacus

 

Prägend im Mittelpunkt des Ortes Edling steht die Pfarrkirche St. Cyriacus. Der hl. Cyriacus, Patron der Pfarrkirche, ein frühchristlicher Märtyrer (ca. 305 n. Chr., Rom) und Nothelfer, wurde bei römischen Soldaten ab der Zeit des Kaisers Konstantin sehr verehrt.

Eine Verehrung dieses Heiligen seit den Anfängen des Christentums in unserem Gebiet könnte gut möglich sein, denn in allernächster Nähe führte ja die Römerstraße vorbei.

In besser greifbaren Zeiträumen ist die Verbindung der Edlinger Kirche mit dem Kloster Attel nachweisbar. Die Urkunde von der Wiedererrichtung  des  Klosters  (1137)  erwähnt  eine  in Edling stehende Kirche.

Bis zur Säkularisation (1803) gehörte das Gotteshaus zum Kloster Attl, war dann Filiale, später Expositur der Pfarrkirche Attel bis die Pfarrei Edling 1913 offiziell errichtet wurde.

Ergiebiger sind die Befunde der Bausubstanz:

Der Turm der Kirche stammt bis zur Höhe von etwa 4 m aus der Zeit um  1300, wurde in der Gotik und in den Folgezeiten mehrmals umgebaut bzw. erhöht bis er die barocke Zwiebel erhielt. Der neubarocke Saalbau von 1895-98 schließt sich an einen eingezogenen Chor mit Dreiseitschluss auf gotischen Mauern.

 

 

 

 

Der Innenraum hat ein Tonnengewölbe mit Stichkappen, tiefeingezogene Wandpfeiler mit rundbogigen Durchgängen schließen den Raum zur Seite hin ab. Der Architekt dieses weitgehenden Neubaus war Josef Elsner, der Maler Anton Ranzinger (1912). Die Innenausstattung stammt aus den verschiedenen Epochen der Baugeschichte.

Besonders zu erwähnen sind das Altarbild der Heiligen Familie von Joseph von Führich (1822) und die beiden Darstellungen des heiligen Cyriacus und der heiligen Barbara in den Seitenaltären. Diese beiden Figuren kamen erst später in die Kirche und dürften aus der abgebrochenen Ebersberger Pfarrkirche stammen. Sie zeigen einen gewissen Einfluss des Rokokobildhauers Ignaz Günther und werden seinem Umkreis zugeschrieben. Bei der letzten Renovierung in den Jahren 1982 bis 1987 gelang es, den, aus verschiedenen    Zeiten    stammenden Inventarstücken, einen zusammenpassenden, einheitlichen Charakter zu verleihen.

Zu den Errungenschaften der letzten Jahre zählen der neue Altar, der Ambo, die Altarleuchter und der Priestersitz. Weihbischof Wolfgang Bischofweihte den neuen Altar am 05. April 2010 in Anwesenheit des Künstlers Friedrich Koller, aus dessen Atelier diese Objekte stammen. Zusammen mit der Tischplatte aus Untersberger Marmor und Acrylglas wiegt die Kupfer-Zinn-Legierung des goldleuchtenden Altars aus Tombak-Metall knapp eine Tonne. Präsent, aber nicht verdrängend bildet der filigran wirkende Altartisch einen auffallenden Kontrast zur neubarocken Kirchenausstattung. Das sehr modern gehaltene Einrichtungs-Ensemble ist nach Worten des Künstlers „ein Kind der Gegenwart“.

Vom italienischen Künstler  Angelo Zoggia stammt der Taufstein: Ein gotisches Becken aus

Rupoldinger Marmor wird von acht Bronzeplatten zum Thema Wasser und HI. Geist verziert.

Die achtseitige Brunnenanlage hat fließendes \Nasser aus einem Bronzefisch, einem Symbol

für Christus.

Sehenswerte Werke des gleichen Künstlers sind auch der Cyriacus-Brunnen auf dem Vorplatz der Kirche und der Auferstandene am Kreuz, zum Gedenken an die alte Friedhofsanlage um die Kirche.

 

 

 

 

 

 

Gegenüber der Kirche, an der Hauptstraße 27, befinden sich der Pfarrhof und das Pfarrheim. Das Pfarrheim wurde 1970 erbaut. 2012 erfolgte eine Generalsanierung. Dabei wurde die gesamte Haustechnik (Strom, Wasser, Abwasser, Heizung) erneuert. Über eine Rampe wurde ein behindertengerechter Zugang geschaffen und eine Behindertentoilette eingebaut.

Die öffentliche kath. Bücherei, die Ministranten, verschiedene Kindergruppen belegen täglich die entsprechenden Räumlichkeiten. Der im Zuge der Sanierung neu gestaltete Pfarrsaal wird für kirchliche Veranstaltungen genutzt.

Der Nepomuk-Bildstock am Pfarrhof wurde zur Gründung des Pfarrverbandes Edling-Reitmehring-Rieden errichtet und am 01.05.2003 gesegnet. Er soll sinnbildlich eine Brücke schlagen zwischen den verbundenen Pfarreien. Seit dem 01.09.2014 ist der Pfarrer von Edling auch Pfarradministrator der Pfarrei Attel, die in den Pfarrverband aufgenommen wurde.

 

 

 

 

Der kirchliche Friedhof hat ein neues Gesicht. 2009  wurden zwei gebogene Urnenwände mit

66 Urnennischen (164 Urnenplätze) errichtet. Weitere Sanierungsarbeiten erfolgten Schritt für Schritt von 2012 bis 2015: Neubepflanzung durch Eiben und Buchen, neuer Parkplatz, Renovierung des Leichenhauses und des Glockenturmes.